NVH in der Automobilentwicklung
NVH steht für Noise, Vibration and Harshness – zu Deutsch: Geräusch, Vibration und Rauigkeit. Unter Rauigkeit versteht man dabei insbesondere unangenehme Vibrationen im unteren Frequenz- und Übertragungsbereich (unter 200 Hz). Das Ziel der NVH-Analyse ist es, die Ursachen von Vibrationen, Geräuschen und anderen Einflüssen, die disharmonisch oder rau wirken, zu identifizieren und zu beseitigen.
Um solche hörbaren Geräusche und spürbaren Vibrationen – wie quietschende Bremsen, vibrierende Lenkräder oder allgemeine Fahrgeräusche – im Fahrzeug zu erfassen, werden meist piezoelektrische IEPE-Vibrationssensoren eingesetzt. Da hierbei oft eine Vielzahl von Sensoren gleichzeitig genutzt wird, sind diese häufig mit TEDS (Transducer Electronic Data Sheets) ausgestattet. Dies ermöglicht eine automatisierte Sensorerkennung sowie eine effiziente Konfiguration der Auswertesoftware.
Mithilfe der NVH-Analyse werden diese Störfaktoren nicht nur messbar gemacht und quantifiziert, sondern ihre Quellen und Ursachen gezielt lokalisiert. Dazu gehören beispielsweise Unwuchten in den Rädern, Störungen in Getrieben und Lagern oder Schwachstellen im Antriebssystem und Chassis. Auf dieser Basis kann das Vibrationsverhalten optimiert und die Geräuschkulisse nachhaltig minimiert werden.



